Baby Food Bibel
- Gerstenberg
- Erschienen: Januar 2025
- 0


Ein umfangreiches Werk, das viele Fragen junger Eltern zum Thema Beikost beantwortet und kompetent durch die erste gemeinsame Zeit mit Baby und Kleinkind am Familientisch führt.
Endlich ist das Baby da und gefühlt schon kurze Zeit später ist die Milchzeit vorbei und es sitzt mit am Tisch. Für viele Eltern stellt sich dann die Frage, wie eine gesunde und praktische Familienküche aussehen kann, bei der alle auf ihre Kosten kommen und keiner zurückstecken muss, denn extra fürs Baby kochen klingt erst einmal nach viel Aufwand, der im zeitlich oft knapp bemessenen Familienalltag nicht so einfach zu integrieren ist. Dass es auch anders geht, zeigen Julia Tellidis und Lauren Skora mit ihrer „Baby Food Bibel“, die über 100 Rezepte beinhaltet, die sich sowohl fürs Baby als auch für den Rest der Familie eignen und die dabei gleichzeitig noch lecker und ausgewogen sind.
Familiengerichte für jede Gelegenheit
Bevor es mit den eigentlichen Rezepten losgeht, gehen die beiden Autorinnen in drei großen Kapiteln erst einmal auf häufige Elternfragen ein, wobei sie einen groben Plan aufzeigen, wie die Beikostzeit im ersten Lebensjahr aussehen kann und was es dabei zu beachten gilt. Im ersten Teil „Ein gelungener Start“ geht es in erster Linie um die Frage Brei oder breifrei, Mengen, zusätzliche Milch und den Umgang mit Salz, Zucker und Gewürzen. Im zweiten Kapitel „Nahrungsmittelallergien“ erklären sie, welche Lebensmittel häufig Allergien auslösen, woran man diese erkennt und welche Alternativen es für entsprechende Lebensmittel im Alltag gibt. Im dritten Abschnitt der Einführung „Babys gesund ernähren“ wird auf wichtige Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung, Lebensmittelqualität, intuitives Essen und ausgewogene Mahlzeiten eingegangen.
Anschließend folgt auch schon der Rezeptteil. Nachdem kurz wichtige Küchenutensilien vorgestellt und Mengenangaben, Portionsgrößen und Zeichenangaben erklärt wurden, folgen 38 Seiten, auf denen es erst einmal um das Frühstück geht. Neben Pancakes, Crepes, fluffigen Brotsticks und Porridge finden sich hier auch deftige Gerichte wie Spinat-Omelett oder Baked Beans.
In „Für unterwegs“ gibt es praktische Ideen für Ausflüge, die sich gut einpacken lassen. Für Abwechslung sorgen hier Turbo-Muffins mit Banane, Himbeere oder Schokotropfen, Aprikosen-Konfekt, Bananen-Hafer-Kekse oder auch selbstgemachte Fruchtgummis.
Ideen für die Lunchbox kommen nicht nur bei Krippen- oder Kitaeltern gut an, auch für Schule oder Arbeit wird in den meisten Fällen gerne eine leckere Brotdose mitgenommen. Das Kapitel dazu ist jedoch etwas anders aufgebaut als die restlichen Abschnitte. Im Vordergrund stehen keine Rezepte sondern Bilder von gefüllten Lunchboxen, die zeigen, was sich alles gut einpacken lässt und wie man es kombinieren und appetitlich anrichten kann. Werden dabei Rezepte aus dem Buch verwendet, wird auf die jeweilige Seite verwiesen.
Als nächstes geht es um kleine Gerichte, die sich gut als Fingerfood oder Zwischenmahlzeit eignen, wie beispielsweise Lachshappen, Sushi-Röllchen oder Käse-Brokkoli-Bällchen. In „Hauptmahlzeiten“ kommen dann etwas umfangreichere und aufwändigere Kreationen auf den Tisch. Mediterrane Pasta, Lasagne ohne Nudeln oder ein ganzes Brathähnchen machen satt und schmecken großen und kleinen Essern.
Damit es nicht langweilig wird, gibt es als nächstes Vorschläge für Beilagen, Dips und Aufstriche, die auch bei „Standard“-Mahlzeiten für Abwechslung sorgen, wie etwa selbstgemachte Nussnugatcreme, pikantes Pesto oder pinkes Hummus.
Zum krönenden Abschluss dürfen Desserts und Gebäck natürlich nicht fehlen. Beeren-Crumble, Zitronenkuchen oder Brownie-Muffins mit Bohnen lassen sich gut zum Nachmittagskaffee auftischen und an heißen Tagen schmecken Mango-Eis, Froyo-Taler oder Smoothie-Pops gut und sorgen für Erfrischung.
Umfangreiches Werk für junge Familien
Wer neu im Team „Beikost“ ist, findet in der „Baby Food Bibel“ einen kompetenten Begleiter, der einen durch die erste Zeit mit Baby und Kleinkind am Familientisch aber auch darüber hinaus begleitet. Oft sind Eltern anfangs unsicher und haben viele Fragen, die beantwortet werden wollen, wofür die beiden Autorinnen zu Beginn ihres Buches viel Platz einräumen und auf den ersten 86 Seiten über Nährstoffe, geeignete und ungeeignete Lebensmittel und das Einführen der Beikost informieren.
Die Rezepte selbst sind abwechslungsreich und gehen auf unterschiedliche Bedürfnisse ein. Neben vegetarischen und veganen Rezepten sind genauso Rezepte mit Eiern, Milch, Fleisch und Fisch vertreten. Damit man auf den ersten Blick erkennen kann, ob ein Rezept bestimmte Eigenschaften hat, sind am oberen Rezeptrand Symbole abgedruckt, die vegane, vegetarische oder gefriergeeignete Gerichte kennzeichnen. Außerdem gibt es Symbole für Rezepte, die nur aus 5 oder weniger Zutaten bestehen, sich in bis zu 20 Minuten zubereiten lassen, am Vortag vorbereitet werden können oder sich als erste Kost eignen. Allergene wie beispielsweise Eier, Sesam oder Nüsse sind darüber hinaus durch ein Symbol auf den ersten Blick erkennbar. Zusätzlich ist über dem Rezept noch angegeben, wie viel Zeit zur Vor- und Zubereitung eingeplant werden muss und ob ein Rezept direkt ab 6 Monaten oder besser erst ab 7, 9, 12 oder ab 24 Monaten angeboten wird. Unter der aussagekräftigen Überschrift ist in einem kurzen Text aufgeführt, welche Vorzüge einzelne Zutaten haben oder was das besondere an der jeweiligen Kreation ist.
Neben dem Rezept findet sich eine übersichtliche Zutatenliste, in der alle benötigten Lebensmittel in der Reihenfolge, in der sie gebraucht werden, aufgelistet sind. Etwas unpraktisch empfanden wir die Mengenangaben, die nicht wie hierzulande üblich in Gramm und Milliliter angegeben sind sondern in den in England typischen Tassen, die jeweils 250ml entsprechen.
Schön ist, dass es zu jedem Rezept ein ansprechendes Foto gibt, das Lust zum Nachkochen macht und zeigt, was sich hinter der jeweiligen Zutatenliste verbirgt. Zu fast allen Gerichten gibt es weitere Tipps. Hier finden sich beispielsweise Ideen, wie einzelne Zutaten ersetzt werden können oder wie sich einzelne Komponenten für mehr Abwechslung austauschen lassen. Wer sich nicht sicher ist, wie lange und an welchem Ort sich Zitronenkuchen, Schoko-Mousse und Co am besten aufbewahren lassen, wird ebenfalls unter dem Rezept fündig, wo sich hinweise auf passende Gefäße, die richtige Temperatur und die Dauer der Haltbarkeit finden.
Zum schnellen Zurechtfinden gibt es am Ende des Buches noch ein alphabetisches Register, in dem einmal nach einem bestimmten Rezepttitel, aber auch nach einzelnen Zutaten gesucht werden kann. So wird man unter „Salz“ beispielsweise fündig, wenn man nachschlagen möchte, was es zu Salz in der Beikost zu wissen gibt oder wie es sich ersetzen lässt. Der Stichpunkt „Bananen“ führt hingegen zu Rezepten, in denen das süße Obst verwendet wird.
Fazit
Alles in allem ein umfangreiches Werk, das junge Familien kompetent durch die erste gemeinsame Zeit mit Baby und Kleinkind am Familientisch begleitet. Ein informativer Einleitungsteil, abwechslungsreiche Rezepte für jede Gelegenheit mit ansprechenden Fotos und einer übersichtlichen Darstellung machen die „Baby Food Bibel“ zu einem empfehlenswerten Koch- und Backbuch, in dem die Bedürfnisse aller Familienmitglieder Berücksichtigung finden.

Laura Skora, Julia Tellidis, Gerstenberg
Deine Meinung zu »Baby Food Bibel«
Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer und respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Bitte Spoiler zum Inhalt vermeiden oder zumindest als solche deutlich in Deinem Kommentar kennzeichnen. Vielen Dank!